Verkehrssicherheit für Senioren

 

Ziel ist, die Mobilität möglichst lange zu erhalten, aber auch gesundheitliche Einschränkungen zu erkennen.
Oft fällt schon das sichere Gehen schwer oder Gleichgewichtsprobleme machen sich bemerkbar. Da Rollatoren Halt beim Stehen und Gehen bieten, können sie dazu beitragen, die selbständige Mobilität zu Hause oder unterwegs zu bewahren. Doch im Straßenverkehr sehen sich Rollator-Nutzer häufig Schwierigkeiten gegenüber: ein hoher Bordstein muss überwunden werden, oder der Einstieg in einen Bus.

Wir bieten kostenfreie Beratung und praktische Hilfe für Rollator-Nutzer an und zeigen die richtige Handhabung. 

Sprechen Sie uns an und stimmen ein Treffen mit uns ab.

Dabei geben wir Informationen über neue Verkehrsvorschriften,  Verhalten am Unfallort, bieten Seh- und Reaktionstest an und diskutieren über die eigene Entscheidungen, wann man nicht mehr geeignet ist, ein Kraftfahrzeug zu führen.

 

Dobrindt gegen Fahreignungstests für Senioren
Der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat sich gegen die verpflichtende Überprüfung der Fahrtauglichkeit älterer Verkehrsteilnehmer ausgesprochen. Obwohl die Unfallbilanz von Senioren eine deutliche Sprache spricht und nach Umfragen eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung die Tests befürwortet, wird es laut Dobrindt mit ihm keine Tests dieser Art geben.
Die DVW hatte auf ihrer Jahreshauptversammlung für obligatorische Rückmeldefahrten von Verkehrsteilnehmern ab 75 Jahren gestimmt.
Zum Artikel

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/alexander-dobrindt-spricht-sich-gegen-fuehrerschein-tests-fuer-senioren-aus-a-1151572.html

 


Verkehrsunfälle 2016 von Menschen ab 65 Jahren
In den vergangenen 20 Jahren ist der Anteil der Menschen ab 65 Jahren an der Gesamtbevöl-kerung von 15,6 Prozent auf 21,1 Prozent im Jahr 2015 gestiegen. In den kommenden Jahr-zehnten wird der Anteil der Menschen ab 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung und damit auch im Straßenverkehr weiter zunehmen.
Seniorinnen und Senioren sind heute mobiler als früher. Immer mehr ältere Menschen besitzen einen Führerschein, sodass sie bis ins hohe Alter als Autofahrer am Straßenverkehr teilnehmen können. Zudem nutzen Seniorinnen und Senioren häufig Fahrräder oder Pedelecs. Mit Blick auf den demografischen Wandel stellt die Verkehrssicherheitsarbeit mit dieser Zielgruppe in den nächsten Jahren eine Herausforderung dar.
Seniorinnen und Senioren verunglücken bezogen auf ihren Anteil der Bevölkerung seltener bei Verkehrsunfällen als jüngere Menschen. Erklärt werden kann das unter anderem dadurch, dass sie seltener am Straßenverkehr teilnehmen, weil sie nicht mehr berufstätig sind. Sie sind jedoch überproportional häufig in schwere Verkehrsunfälle verwickelt. Im Jahr 2016 betrug ihr Anteil an allen Verunglückten 12,6 Prozent, bei den Getöteten lag der Anteil mit 32,7 Prozent deutlich hö-her.

Im Jahr 2016 bei Straßenunfällen verunglückte Menschen ab 65 Jahren


                           Gesamt     Leichtverletzte    Schwerverletzte    Getötete
Insgesamt           50.247          36.395                 12.803              1.049
davon zu Fuß         7.157            4.455                  2.424                  278
mit d. Fahrrad      14.144          10.048                  3.864                  232
mit Krafträdern      1.645            1.007                     605                    33
im Pkw                 23.644         18.123                   5.088                  433

 

Während ältere zu Fuß Gehende und Rad/Pedelec Fahrende vor allem innerhalb von Ortschaften tödlich im Straßenverkehr verunglücken, verunglücken ältere Pkw und Motorrad Fahrende vor allem auf Landstraßen tödlich. In Bezug auf die Ortslage erlitten ältere Menschen im Straßenverkehr im Jahr 2016 tödliche Verletzungen vor allem  

  -innerorts als zu Fuß Gehende (89 Prozent aller älteren zu Fuß

   Getöteten),

  -innerorts mit dem Rad oder Pedelec (69 Prozent aller älteren getöteten

   Rad Fahrenden),
  -auf Landstraßen im Pkw (71 Prozent aller älteren im Pkw Getöteten).


Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall oder an dessen direkten Folgen zu sterben, war bei Seniorinnen und Senioren mehr als drei Mal so hoch wie bei jüngeren Verkehrsteilnehmern. Das wird darauf zurückgeführt, dass Senioren häufiger zu Fuß gehen – und damit eher gefährdet sind als Pkw-Fahrer. Zudem sind die Folgen von Verkehrsunfällen aufgrund nachlassender körperlicher Widerstandskraft gravierender.

Quelle: Statistisches Bundesamt: www.destatis.de
Die aktuellen Unfallstatistiken gibt es hier:
https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/TransportVerkehr/Verkehrsunfaelle/UnfaelleSenioren.html

 

Demenz: Risiko im Straßenverkehr


In den vergangenen Jahren ist ein Begriff zunehmend in die öffentliche Wahrnehmung gerückt: Demenz. Unter dieser Bezeichnung versammeln sich über 50 Krankheitsformen mit unterschiedlichen Ursachen und Symptomen. Gemeinsam ist ihnen der schleichende Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit, die nicht mehr zurückgeholt werden kann. Alzheimer ist die am weitesten verbreitete Form. Sie tritt meist erst ab 65 Jahren auf und macht sich durch zunehmende Gedächtnisstörungen, Verhaltensveränderungen und Orientierungsprobleme bemerkbar.
Im frühen Stadium sind die Symptome kaum merklich, auch nicht beim Autofahren. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung kommt es immer häufiger zu Orientierungsproblemen, Beeinträchtigungen der Urteilsfähigkeit, der Psychomotorik und der Verarbeitung von Informationen. Entfernungen und Geschwindigkeiten werden nicht mehr richtig eingeschätzt, die Bedeutung von Verkehrszeichen wird vergessen. Leider fehlt den Betroffenen oft die Einsicht, dass sie nicht mehr sicher Autofahren können – oder sie vergessen es schlichtweg.
Für Angehörige ist es meist schwer, Symptome richtig einzuschätzen und eine demenzielle Erkrankung zu erkennen. Doch spätestens, wenn sich ein erfahrener Autofahrer selbst auf bekannten Strecken verirrt, häufig Verkehrszeichen missachtet und es wiederholt zu Beinaheun-fällen kommt, sollten die Angehörigen das Thema Autofahren ansprechen und den Hausarzt in die Beurteilung einbinden.

 

DEKRA-Befragung: Autofahrer für Senioren-Check


Bei einer DEKRA-Befragung von 1.000 Autofahrern sprachen sich mehr als 60 Prozent der Befragten für Gesundheitschecks für ältere Autofahrer aus. Dabei befürworteten knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten verpflichtende Mobilitätstests für Senioren, während sich mit 62 Prozent fast genauso viele für freiwillige Tests aussprachen (Mehrfachnennungen waren möglich). Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man nur die Befragten ab 60 Jahren betrachtet. Hier befürworteten 64 Prozent verpflichtende Tests, 69 Prozent votierten für freiwillige Tests.

Weitere Informationen unter:

http://www.dekra.de/de/pressemitteilung?p_p_lifecycle=0&p_p_id=ArticleDisplay_WAR_ArticleDisplay&_ArticleDisplay_WAR_ArticleDisplay_articleID=51635267