Unfallstatistik aktuell

 

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Laut der Unfallstatistik des Statistischen Bundesamtes starben 2020 insgesamt 2719 Menschen im Straßenverkehr. Damit gab es im Vergleich zum Vorjahr 327 weniger Verkehrstote  (-10,7 %). Verkehrsunfälle auf Landstraßen endeten auch im vergangenen Jahr besonders häufig tödlich: Hier starben weit über die Hälfte aller im Straßenverkehr Getöteten (58,6 %).

 

Das coronabedingt geringere Verkehrsaufkommen im Jahr 2020 hat sich deutlich auf das Unfallgeschehen im Straßenverkehr ausgewirkt: Nach Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nahm die Polizei 2020 bundesweit insgesamt gut 2,2 Millionen Verkehrsunfälle auf. Das waren 16,4 % weniger als 2019. Bei knapp 2,0 Millionen Unfällen blieb es bei Sachschaden, bei rund 264 000 Verkehrsunfällen wurden Menschen verletzt oder getötet. Die Zahl der Unfälle mit Sachschaden sank gegenüber 2019 um 17,0 %, bei Unfällen mit Personenschaden waren es 11,9 % weniger.

 

43 % der Verkehrstoten verunglückten mit dem Pkw

1 170 Personen kamen im Jahr 2020 in einem Pkw ums Leben, das waren 43,0 % aller Verkehrstoten. 499 Menschen verunglückten auf einem Kraftrad mit amtlichem Kennzeichen wie Motorrädern und -rollern tödlich (18,4 % aller Verkehrstoten), 426 mit dem Fahrrad und 376 zu Fuß (15,7 % beziehungsweise 13,8 %). 

Gegenüber 2019 ist die Zahl der Verkehrstoten insbesondere bei Pkw-Insassen mit -14,2 % überdurchschnittlich zurückgegangen. Bei Menschen, die zu Fuß oder auf einem Kraftrad mit amtlichen Kennzeichen ums Leben kamen, fielen die Rückgänge mit 9,8 % beziehungsweise 7,9 % deutlich geringer aus. Den geringsten Rückgang verzeichnete die Zahl der getöteten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer mit 4,3 %. 

58,6 % der Verkehrstoten bei Unfällen auf Landstraßen

Die meisten Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich 2020 mit 69,3 % innerhalb von Ortschaften, daneben 24,9 % auf Landstraßen und 5,8 % auf Autobahnen. Allerdings haben Unfälle auf den Straßen außerhalb von Ortschaften unter anderem wegen der höheren Fahrgeschwindigkeiten oft schlimmere Folgen als auf Straßen innerorts. Auf Landstraßen kommen weitere Risikofaktoren wie die fehlende Trennung zum Gegenverkehr, schlechte Überholmöglichkeiten, Kreuzungen oder ungeschützte Hindernisse wie Bäume neben der Fahrbahn hinzu. Insgesamt kamen 29,8 % der bei Unfällen im Straßenverkehr Getöteten innerorts ums Leben, 58,6 % auf Landstraßen und 11,7 % auf Autobahnen. 

Innerorts mehr getötete Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgänger als Pkw-Insassen

Innerhalb von Ortschaften findet der größte Teil des Fußgänger- und Radverkehrs statt. Dies wirkt sich auch auf die Unfallzahlen aus. Im Jahr 2020 starben innerhalb von Ortschaften 810 Menschen. Die meisten waren zu Fuß (275) oder mit dem Fahrrad (254) unterwegs, gefolgt vom Pkw (130). Innerhalb von Ortschaften starben somit mehr Radfahrerinnen und Radfahrer und mehr Fußgängerinnen und Fußgänger als Pkw-Insassen.

Die meisten Fahrradunfälle ereignen sich im Sommerhalbjahr. Allerdings ist die Fahrradsaison in den vergangenen Jahren länger geworden. Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad für den Weg zur Ausbildung beziehungsweise zur Arbeit. Daher gibt es an Wochentagen mehr Fahrradunfälle als am Wochenende. Demgegenüber stehen Unfälle mit Motorrädern und Motorrollern oft mit schönem Wetter und Freizeitfahrten in Zusammenhang. Sie finden gehäuft in den Monaten April bis Oktober an Wochenenden statt.

 

Quelle: www.destatis.de

 

Ältere Rad Fahrende
Zweiradunfälle

Die Zahl der Rad fahrenden Menschen steigt seit Jahren stark an. Das Fahrrad ist in fast allen Altersstufen ein wichtiges Fortbewegungsmittel, denn es sorgt auf einfache, gesunde und umweltfreundliche
Weise für mehr Mobilität. Durch Pedelecs wurden darüber hinaus neue Nutzergruppen erschlossen, die bisher das Fahrrad mieden.
Unabhängig von der Altersgruppe gehören Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer zu den stark gefährdeten Verkehrsteilnehmern. Mit Ausnahme des Fahrradhelms gibt es für sie kaum passive
Sicherheitseinrichtungen. Umso wichtiger sind daher eine umsichtige Fahrweise und die Ausnutzung aller Sicherheitsressourcen, wie beispielsweise die Beleuchtung. Es sind jedoch auch alle anderen Verkehrsteilnehmer gefordert, Rücksicht zu nehmen.
Neben Kindern bis 15 Jahren sind insbesondere ältere Rad Fahrende im Straßenverkehr einem hohen Unfall- und Verletzungsrisiko ausgesetzt. Bei ihnen können unter anderem körperliche Beeinträchtigungen oder Reaktionsschwächen zu Unfällen mit häufig schweren oder tödlichen
Verletzungen führen. Dies hängt auch mit der nachlassenden Widerstands- und Regenerationskraft des Körpers älterer Menschen zusammen. Bei den getöteten Rad Fahrenden lag der Anteil
der über 64-Jährigen bei 59 Prozent (232 Personen).

 

Quelle: Statistisches Bundesamt: www.destatis.de
Die aktuellen Unfallstatistiken gibt es hier:
https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/TransportVerkehr/Verkehrsunfaelle/UnfaelleSenioren.html